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Philosophie 
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P-enis Magier
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Beitrag Philosophie
Was ist die Zahl Eins?

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"Und in Afrika fehlt es an Trinkwasserressourcen? - Bei mir werden am Polterabend Ming-Vasen zerworfen."


22. Januar 2012, 16:08
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Beitrag Re: Philosophie
Die Pythagoräer waren irgendwie besessen von den Zahlen, aber ich habe nur einen Text von Aristoteles, der sich auf die bezieht. Darin:

"Wie soll man es verstehen, dass die Eigenschaften der Zahl und die Zahl selbst einerseits Ursachen der Dinge sind, die am Himmel sind und geschehen, sowohl vom Anfang her als auch jetzt, dass es aber andererseits keine andere Zahl gibt als diese, aus der das Weltall besteht?"

Deren Frage könnte also in etwa gelautet haben: "Was ist nicht die Zahl Eins?".


22. Januar 2012, 17:23
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P-enis Magier
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Beitrag Re: Philosophie
Aber, wenn ich das richtig verstehe, behauptet Aristoteles ja, dass das Universum auf Grund der Zahlen besteht, dass es also einen Zusammenhang zwischen Mathematik und Wirklichkeit gibt. Aber das ist ja gar nicht so, man hat sich zwar die Axiome ausgesucht, die am ehesten zu den Phänomenen der Natur passen, aber dennoch ist die Mathematik ja ein Konstrukt aus Menschenhand, dass auch funktionieren würde, wenn es in Wirklichkeit eben ganz anders wäre.

Es ist gar nicht so einfach, Zahlen zu definieren, bzw. dem Begriff eine Bedeutung zu geben. In der Mathematik sagt man einfach: Die Eins ist die Anzahl der Elemente der Menge, die die leere Menge enthält (hat glaube ich Von Neumann eingeführt). Aber das ist ja auch keine zufriedenstellende Antwort, sondern einfach nur mathematisch. :D
Ich denke, ich müsste nochmal Freges "Die Grundlagen der Arithmetik" lesen (und zwar nicht nur nebenbei im Bus, so dass ich die Hälfte wieder vergesse). Das beschäftigt sich ja im Prinzip mit dem Thema.

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"Und in Afrika fehlt es an Trinkwasserressourcen? - Bei mir werden am Polterabend Ming-Vasen zerworfen."


22. Januar 2012, 17:38
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Beitrag Re: Philosophie
An der Stelle ist das eine kritische Frage - die Pythagoräer waren diejenigen, die jeder Zahl irgendeine Bedeutung zugeschrieben haben und behaupteten, das Universum bestehe daraus oder basiere darauf (ich weiß es nicht genau).

Ist denn die Eins alles, was benötigt wird und alle anderen Zahlen sind ihr untereordnet? Und benötigt man nun überhaupt tatsächlich Mathematik, damit es eine Eins gibt? Entsprechungen der Zahlen gibt es immerhin, ganz banal, tatsächlich.


22. Januar 2012, 19:03
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P-enis Magier
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Beitrag Re: Philosophie
So weit ich mich erinnern kann, gibt es Experimente die zeigen, dass sogar Vögel zählen können. Affen können es wahrscheinlich auch. Das zeigt ja schon irgendwie, dass man zumindest zum Zählen (und damit auch (einfachem) Rechnen) keine von Menschen geschaffene Mathematik braucht, sondern die Sachen auch wirklich aus der Natur kommen.
(Aber das heißt nicht im Umkehrschluss, dass man nicht auch eine andere Art des Zählens definieren und damit eine andere Mathematik aufbauen könnte.)

Die Eins sehe ich hier immer als Repräsentant aller (natürlicher) Zahlen, da man aus ihr ja alle anderen erzeugen kann, wenn man sie oft genug auf sich selbst addiert.

Wenn man die Zahlen aber über den natürlichen Ansatz definiert, also über das, was man so zählt, dann ist die Eins ja "ein Ding". Aber welches Ding? Gibt es dann verschiedene Einsen? Wie kann ich dann eine Zwei haben? Dann bräuchte ich das gleiche Ding ja zweimal, aber Dinge sind immer unterschiedlich. Selbst wenn der einzige Unterschied räumlich oder zeitlich ist. (Ich glaube so in der Art hat auch Frege argumentiert. :D)

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22. Januar 2012, 20:03
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22. Januar 2012, 20:03
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Beitrag Re: Philosophie
Nächste Frage: Sollte die christliche Kirche mal wieder ordentlich aggressiv (was nicht Gewalttätig meint) missionieren? Und vor allem: Angenommen, sie täte das - Fändet ihr es gut?

Ich bin mir da ein wenig unschlüssig. Einerseits fände ich es absolut nervig, arrogant und dreist, der ganzen Welt aktiv eine schwachsinnige Religion aufdrücken zu wollen und würde mich wahrscheinlich tierisch darüber ärgern.
Allerdings müsste ich es eigentlich auch als vollkommen notwendige Konsequenzhandlung akzeptieren. Da die Kirche davon ausgeht, dass nur in den Himmel kommt/ewiges Seelenheil findet/erlöst wird, der an Gott glaubt und gleichzeitig dieses Nächstenliebezeug existiert, wäre es ja geradezu unverantwortlich, an diesem Toleranzgehabe bezüglich anderer Religionen weiter fest zu halten und alle Nichtgläubigen somit der Verdammnis anheim fallen zu lassen.
Ein Kompromiss, der mich aber nicht wirklich zufriedenstellt, wäre eventuell: Die Kirche ist sich des Problems bewusst, geht aber davon aus, dass allzu aktive Missionierung (die sich ja leider nicht mehr mit einem ordentlichen Kreuzzug zwangsweise durchführen lässt) mehr Leute Abschrecken und vergraulen würde, als sich dazugewinnen ließen.


23. März 2012, 00:40
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P-enis Magier
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Beitrag Re: Philosophie
Da hast du ja gut die zwei Seiten der Medaille aufgezeigt:

Ich denke aber, dass Missionieren nicht so gut ist, da ja jeder selbst für sein Seelenheil verantwortlich ist. Die Kirche sagt: Komm zu uns, dann wird alles gut und damit ist ihre Arbeit ja gewissermaßen getan. Wenn die Leute nicht wollen, dann sind sie es selbst Schuld, wenn sie in die Hölle kommen. Ich kann meinen nächsten lieben, aber ihm Glückseligkeit aufzwängen kann (bzw. will) ich nicht.

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23. März 2012, 00:44
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Beitrag Re: Philosophie
Wäre es denn der Kirche nun eher positiv oder negativ (oder natürlich neutral :D) anzurechnen, wenn sie eben jenes "selbst Schuld" nicht gelten lassen wollen und ihr möglichstes tun, um die Welt zum rechten Glauben und somit ewiger Glückseligkeit zu bekehren (notfalls auch zwingen, wenn man davon ausgeht, dass das funktioniert)?


23. März 2012, 01:07
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P-enis Magier
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Beitrag Re: Philosophie
Puh. Schwierig. Die Frage ist aber auch: Will man denn alle Menschen dazu zwingen? Was bringt es, die Leute zu missionieren, die auf Grund ihrer Taten eh schon in der Hölle landen? Muss man bei denen auch versuchen, sie zum rechten Glauben zu bekehren? Es ändert sich ja für die nicht (wahrscheinlich - keine Ahnung, welche Sünden, wie bestraft werden).
Für alle anderen, die Chance aufs Paradies haben: Solange das Missionieren nicht in Zwang ausartet ist es gut, aber Menschen zu ihrem Glück zwingen ist nicht im Sinne einer Religion. Vlt will eine Person ja auch gar kein Glück haben - vlt will sie ja leiden. Dann wäre es ja nicht das beste, wenn diese Person eben ins Paradies kommt.
(Allerdings muss man sich da wieder fragen: Kann man überhaupt nicht glücklich werden wollen? Bzw.: Kann einen ewiges Unglück glücklich machen? (Aber das ist ja dann irgendwie auch ein Widerspruch: Wenn man glücklich ist, dass man unglücklich ist, dann ist man ja glücklich und nicht unglücklich und kann darum gar nicht glücklich sein... puh. Verdammt, zu kompliziert. :D)

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23. März 2012, 02:00
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Beitrag Re: Philosophie
Naja der Christliche Glaube ist eigentlich sehr benutzerfreundlich: Du kannst zu Lebzeiten alles tun und lassen, wenn du nur am Totenbett bzw vor Petrus oder wem auch immer (Jesus wenn es zum jüngsten Gericht kommt) aufrichtig deine Taten bedauerst. Is natürlich wieder eine andere Frage ob man das tut wenn man vorher vorsetzlich Leute umgebracht hat.
Es ist ja zb nciht aufrichtig wenn man es nur bedauert weil man nun merkt, dass man in die Hölle kommt. Aber man sagt ja im Allgemeinem dass man oft auf dem Totenbett "Erleuchtung" erhält.

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23. März 2012, 10:52
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